Jonathan Heidorn
Regie & Sound Design

Alle meine Söhne
"Das ist das Land der ganz großen Hunde, hier liebst du einen Menschen nicht, hier frisst du ihn auf! Das ist der Grundsatz hier, der einzige, nach dem wir leben ..."
Chris möchte eigentlich nur kurz bei seinen Eltern Joe und Kate auftauchen, um ihnen möglichst schonend eine wichtige Entscheidung mitzuteilen: Er möchte die einstige Verlobte seines Bruders, der bei einem Flugzeugunglück im Zweiten Weltkrieg ums Leben kam, selbst heiraten. Aber die Nachricht lässt sich gar nicht so leicht überbringen, denn Chris‘ Mutter glaubt auch Jahre nach dem Krieg noch daran, dass ihr Sohn lebt und eines Tages wieder in der Tür stehen wird. Und zudem ist die Verlobte Ann die Tochter von Joes früherem Geschäftspartner aus Kriegszeiten. Gemeinsam haben Joe und er Flugzeugteile für die Armee produziert, wobei eine fehlerhafte Charge Ventile zu mehreren Flugzeugabstürzen geführt hat. Anns Vater wurde daraufhin verhaftet und musste ins Gefängnis, Joe konnte keine Beteiligung nachgewiesen werden. Aber ist er wirklich so unschuldig, wie er tut? Chris möchte Licht in die totgeschwiegene Vergangenheit bringen und führt mit seiner Verlobten Ann die losen Enden der Geschichte zusammen.
Geschrieben 1948 stellt Arthur Millers Drama die Frage nach Verantwortung und deckt anhand eines psychologisch fein gezeichneten Familienporträts ein Verbrechen auf, das alle gern vergessen würden.
„Beinahe unheimlich ist das Idyll, das Jonathan Heidorn zum Spielzeitauftakt am Kieler Schauspielhaus in seiner Inszenierung von „Alle meine Söhne" beschwört (Bühne: Florence Schreiber, Kostüme: Annabelle Gotha).“
Schleswig-Holsteinische Landeszeitung
„Genau diese Überhöhung prägt den Raum. Heidorn, Schreiber und Gotha wollten Millers Nachkriegsamerika nicht wie in einer kleinen Schneekugel konservieren. Der Garten der Kellers ist ein pastellfarbenes Barbiehaus, vielleicht in den Fünfzigern, vielleicht heute, mit Springbrunnen, Golfbahn und Kiesbett. Das Leben, das dem Garten abgeht, wandert auf die Kostüme. Gotha hat sie mit floralen Mustern versehen, passend zu einer Welt, die so sauber wirkt, als hätte es den Krieg nie gegeben und als klebe an nichts hier Blut. Das Konzept erstreckt sich bis in die Details. (…) Jonathan Heidorn zeigt einen zeitlosen Klassiker in einer tollen, konsequent durchdachten Inszenierung.“
Stadtmagazin KIELerleben
„Mittendrin thront oder schreitet als jovialer Patriarch Nikolaus Okonkwos Joe, ein Typ, der unter der wegwerfenden Art eine verstörende Kälte spüren lässt. Und wenn er seinem Sohn sagt „Ich habe das alles nur für dich getan, für die Familie",
dann enttarnt sich die Beteuerung als billiger Fake. Dass die Leute über seine Schuld oder Unschuld reden, wischt er weg. Ein Mann so einst wie jetzt. Um ihn herum sieht man Familie und Nachbarn taktieren und Haken schlagen, kreiseln sie um Joe wie um eine Sonne, die nicht mehr glüht. Und dazu breitet sich ein Unbehagen aus, das bald wie Nebel über den eingeübten Floskeln und der Buntheit wabert.
Am Ende hat jeder seine eigene Wahrheit, erkennt man in der kleinen Stilisierung und der Selbstvergewisserung die Lügen und das Profitstreben, die Miller seine Figuren aufsagen lässt. Und manchmal entstehen drohende Leerräume, wenn er die eben noch körperlich nahen Figuren brutal auseinandersprengt.“
Kieler Nachrichten
von Arthur Miller
Deutsch von Berthold Vioertel
überarbeitet von Bernd Schmidt
Regie & Sound Design: Jonathan Heidorn
Bühne: Florence Schreiber
Kostüm: Annabelle Gotha
Dramaturgie: Jens Paulsen
Schauspiel: Nikolaus Okonkwo, Isabel Baumert, Tomte Heer,
Rebekka Wurst, Rudi Hindenburg, Marius Borghoff, Claudia Friebel,
Agnes Richter, Philipp von Schön-Angerer
Fotos: Olaf Struck
Premiere: 2. Oktober 2026, Theater Kiel, Schauspielhaus
Weitere Termine:
Sa. 10. Oktober 2026, 20:00 Uhr
So. 18. Oktober 2026, 18:00 Uhr
Mi. 21. Oktober 2026, 20:00 Uhr
Fr. 23. Oktober 2026, 20:00 Uhr
Fr. 30. Oktober 2026, 20:00 Uhr
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Mi. 04. November 2026, 20:00 Uhr
Mi. 11. November 2026, 20:00 Uhr
Sa. 14. November 2026, 20:00 Uhr
Fr. 20. November 2026, 20:00 Uhr
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Do. 10. Dezember 2026, 20:00 Uhr
Sa. 19. Dezember 2026, 20:00 Uhr
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Sa. 02. Januar 2027, 20:00 Uhr
So. 17. Januar 2027, 16:00 Uhr
Sa. 23. Januar 2027, 20:00 Uhr
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Do. 18. Februar 2027, 20:00 Uhr












