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384400km über dem Durchschnitt

 

Wenn man ganz still ist auf dem Mond, kann man die Menschen leben hören.

Zwei Männer, die auf dem Mond vergessen wurden. Zwei Skorbut-Forscher, die über ihre Zeitreisen referieren. Und Erna die Kuh, Vorsitzende der „Kräfte für die Arterhaltung des Homo sapiens sapiens". Wie ein von der Tollwut gehetzter Chihuahua beißt sich die Geschichte in den eigenen Schwanz. Sie tritt nur auf in den Geschichten derer, die Schwänze haben. Auf ihren ausdruckslosen Gesichtern spielen immer die Phrasen der Altvorderen, doch sie behaupten stocksteif, es wären ihre selbst gemachten Innovationen. Dabei perpetuieren sie spiralförmig auf der Stelle, fragend nach Gott.

Vincent L. Sauer hat mit seinem Erstlingswerk "384400 km über dem Durchschnitt“ eine "SciFi-Heimat-Satire“ geschrieben, deren szenische Umsetzung eine besondere Herausforderungen an Regie und Schauspiel darstellt. Der im prosaischen Duktus verfasste Text changiert zwischen pseudo-philosophischer Abhandlung und grotesk-epischen Szenerien, die sich einzig im reduzierten und verdichteten Spiel zweier Darsteller verkörpern.

Sprunghafte Wechsel von Zuständen und individuelle Aneignungsprozesse erwecken den Text zum Leben und schaffen Handlung in einem Szenario, welches sich dem Handeln verweigert.

Autor: Vincent L. Sauer

Regie, Video, Musik: Jonathan Heidorn 

Bühne, Kostüm: Thorben Schumüller

Schauspiel: Chris Eckart, Sebastian Jehkul, Mattia Meier

 

Premiere: 20. Januar 2018, Theater im KunstQuartier 

Fotos: Jannik Görger